DER GRÜNE BRIEF
 
Kleingärtner-Bezirksverband Lüneburg e.V.
 
Heute im Brief 05/2026
 
 
 
Rechtliches
von Sascha Rhein
Ich konnte nicht zur Gemeinschaftsarbeit weil …

Krank zur Gemeinschaftsarbeit?
Am letzten Samstag (18. April 2024) war ich wegen einiger wichtiger Termine in der Kleingartenanlage Ilmenau. Und ich dachte, ich wäre plötzlich in ein mir nicht bekanntes Vereinsfest geplatzt. Überall unterhielten sich Gruppen von Menschen am Vereinshaus, Getränke und belegte Brötchen wurden gereicht. Ohne zählen zu müssen, waren hier sicher mehr als 30 Leute versammelt.

„Vereinsarbeit“, erklärte mir der Vorstand auf meine verdutzte Frage kurz danach. So viele Mitglieder hatten sie noch nie bei der GMA. Zwischen meinen Terminen hat man dann leider keine Arbeit mehr für mich gefunden – zu viele Menschen waren nach einer kurzen Pause schon wieder fleißig. Aber ich hatte wenigstens die Gelegenheit, kurze Gespräche mit Pächterinnen und Mitglieder zu führen, die an jeder Ecke zu treffen waren.

Und genau das macht Gemeinschaftsarbeit natürlich aus.

 
Denn neben den vielen Arbeiten, die im Rahmen der GMA erledigt werden müssen, ist es vor allem das Vereinsleben, das zwischen Müllbeseitigung, Aufräumen und Pflanzenpflege ganz außerordentlich profitiert. Hier lernt man endlich mal auch Vereinsmitglieder kennen, die ihren Garten am ganz anderen Ende der Anlage haben.
Umso trauriger ist es, wenn Menschen an der GMA nicht teilnehmen können, weil sie krank sind. Meist gibt es im Gartenjahr reichlich Nachholtermine, so dass ein krankheitsbedingter Ausfall zu einem Termin nicht ins Gewicht fällt. Was aber tun, wenn sich die Krankheit das ganze Jahr über hinzieht? Oder gar noch darüber hinaus?
Die meisten Satzungen gehen auf solche Fälle nicht ausdrücklich ein. Krankheit zur GMA ist da meist kein Thema.
Manche Vereine behelfen sich und beschließen im Vorstand, dass für eine Entbindung von der GMA ärztliche Atteste vorgelegt werden müssen. Ich habe das selbst einmal ausprobiert – und nach einem Jahr wieder fallengelassen. Denn auf einem Mal hagelte es von allen Seiten ärztliche Stellungnahmen, die oft die völlige Unfähigkeit zur Gartenarbeit des Mitglieds attestierten. Wie diese Mitglieder ihren eigenen Garten noch bewirtschaften konnten, war erstaunlich. Wir haben die Möglichkeit der Vorlage von ärztlichen Attesten im nächsten Jahr dann nicht noch einmal probiert.
Welche Lösung gibt es dann?
Eine Frau, die gerade ein Kind bekommen hatte, beharrte einmal darauf, dass sie während Ihrer Schwangerschaft und auch in dem Jahr danach aufgrund des Stillens keine GMA hätte leisten können. Ich musste Ihr zustimmen, dass bei einer neunmonatigen Schwangerschaft viele Monate an eine schwere Gartenarbeit wahrscheinlich nicht zu denken wäre – obwohl meine Frau, die unser erstes Kind, als wir auf dem Weg ins Krankenhaus noch einen kurzen Abstecher in den Garten machen wollten und ebenda fast bekommen hatte, hierzu vielleicht eine differenzierte Meinung hätte. Allerdings hat das Jahr auch ein paar Monate mehr anzubieten, als die neun der Schwangerschaft. Und was viel wichtiger ist: Die Entbindung von der Gemeinschaftsarbeit ist ja nicht die einzige Lösung im Falle einer körperlichen Einschränkung. Die meisten Vereine versichern mir immer wieder, dass für den Fall, dass sie von Mitgliedern angesprochen werden, die bestimmte körperliche Arbeiten nicht mehr leisten können, sie auch andere Arbeiten finden würden. Und sei es nur das Eintüten der vielen Vereinspost, die im Jahr zu absolvieren ist. Ein befreundeter Vorständler trifft sich jedes Jahr zum Zeitpunkt der Rechnungsverschickung für das kommende Gartenjahr mit einer betagten Pächterin und lässt sie die Rechnungen falten und in einen Umschlag stecken. Dabei haben sie viel Zeit, um über den Verein zu sprechen – denn auch das ist Vereinsleben. Auch das Backen eines Kuchens für ein Vereinsfest kommt sicherlich in Betracht. Oder das Basteln von Nistkästen.
Wichtig ist dabei, dass sich die Vereinsmitglieder rechtzeitig an den Vorstand wenden, um Alternativen zu finden. Am Jahresende mitzuteilen, man wäre krank gewesen und hatte deswegen nicht zur GMA kommen können, reicht nicht aus.
Denn es wird immer wieder vergessen, dass die meisten Vereine bereits frühzeitig eine Ersatzleistung beschlossen haben, die bei Nichtteilnahme an der GMA zu erbringen ist: Die Abgeltung jeder nichtgeleisteten Stunde in Geld. Dabei handelt es sich nicht um eine Strafe, sondern lediglich um eben eine Ersatzleistung. Wer an der GMA nicht teilnehmen kann, bezahlt. Das allein schon deswegen, weil die Arbeit ja auch geleistet werden muss, gegebenenfalls durch Beauftragung eines Unternehmens. Und da eine Handwerkerstunde heutzutage um die 100 € kostet, ist das auch sicher der Preisrahmen, in der sich die Ersatzleistung bewegen könnte. Zum Glück sind die meisten Vereine weit unter diesem Betrag geblieben. Im Moorfeld sind wir gerade bei 11 € pro Stunde.
Eine rechtliche Konsequenz könnte dagegen anders aussehen. Denn wer nicht an Vereinsleben teilnehmen möchte und die GMA an sich ablehnt, dem ist vielleicht gar ein vereinsschädliches Verhalten vorzuwerfen, das zur Kündigung gem. § 9 BKleingG berechtigt.
Die meisten Vereine kennen aber solche Mitglieder nicht. Denn die Bereitschaft zur Teilnahme an der GMA und damit dem Vereinsleben gehört heute schon zu einer ganz wesentlichen Frage bei Aufnahme eines Mitglieds.
Und so wünsche ich Euch allen immer viel Spaß an Eurer GMA und das Leben in einem Verein, den Ihr Euch gewählt habt. So wie es mir am letzten Wochenende erging.  
 
 
Vereins- und Familiennachrichten
Nachrichten, die hier veröffentlicht werden sollen, bitte jeweils bis zum 25. des Monats an den Kleingärtner-Bezirksverband schicken.
Familiennachrichten
Wir gratulieren!
 
KGV Am Zeltberg
Roswitha Großmann (nachträglich) - 86 Jahre 

SGV Brasilien
Manfred Soltau, 10.05.2026 - 82 Jahre
Vereinsnachrichten
Gartenfreunde Moorfeld
von Sascha Rhein
Osterfeuer bei den Gartenfreunden Moorfeld (2026)

Als Vorsitzender der Gartenfreunde Moorfeld e.V. weiß ich meist genau, was in unserer Anlage passiert, und habe die meisten Entscheidungen maßgeblich mitzuverantworten. Das ist eine Arbeit, die mir nun seit 26 Jahren sehr viel Freude bereitet.
Umso schöner ist es für mich, zu unserem Osterfeuer zu kommen. Das ist eine Veranstaltung, zu deren Gelingen ich meist überhaupt keinen Beitrag geleistet habe – abgesehen vielleicht von dem 500 kg Rundballen Heu und ein paar Bunde Stroh, die ich dieses Jahr gespendet habe.

Bärbel und Heinz Lang, zusammen mit Ihrem Sohn Arne und Olli Meyer haben wieder einmal in ungezählten Stunden eine Veranstaltung auf die Beine gestellt, die viele hundert Besucher aus dem Verein aber auch aus dem Umfeld der Kleingartenanlage angelockt hat, um bei Wurst, Pommes und ausreichenden Getränken den Frühling zu begrüßen.
Es war toll, mitanzusehen, wie Gartenfreunde immer wieder spontan einsprangen, um das Team um Bärbel zu unterstützen und zu helfen. Und während ich bei meinem ersten Besuch am Tresen dort noch Bärbel allein antraf, war es wenig später schon unser Gartenfreund Frank Rieckmann, der Ihr zur Hand ging. Und eine halbe Stunde später stand auch Franks Tochter Belena bereit und gab den Gästen ihre Getränke heraus. Auf meine Frage, warum sie nun auch noch mitarbeitet, antwortete Belana nur: „Weil ich gebraucht werde.“ Eine Antwort, die sich Vereinsvorstände manchmal ein wenig öfter erwünschen.

Corinna Zeug und Jan Mählmann mit ihrer Tochter betreuten die langen Schlangen am Kiosk, die für eine warme Portion Pommes anstanden, auf ganz hervorragende und routinierte Weise, so dass der Hunger unserer Gäste schnell gestillt werden konnte. Daneben arbeiteten Carola Fandrich mit ihrem Mann und Mirko Zacharias unermüdlich am Wurstgrill.

Derweil fuhren Kersten Brey, Heinz Lang und Olli Meyer Anhänger um Anhänger mit Zweigen und Ästen sowie einem Haufen Kinder zum Feuer. Ersteres, um dort von Letzteren unter großem Gejohle verkokelt zu werden. Eine Menge strahlende Gesichter waren an diesem Abend zu sehen.
Und ich? Ich konnte in Ruhe mit meiner Familie das bunte Treiben genießen.

Vielen Dank an dieses tolle Team (und natürlich auch alle, die ich in meiner Auflistung leider vergessen habe)!
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KGV Am Zeltberg
Der Vorstand
Am 09.Mai wollen wir mit dem Abriss der Laube in Garten 98 beginnen.
Dafür brauchen wir fleißige Hände um das zu schaffen, anschließend gibt es Gegrilltes und was zu Trinken.

Bitte um Anmeldung der helfenden Hände, Freitag ab 17.00 Uhr im Vereinshaus.
Der Vorstand
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SGV Brasilien
von Diana Wege
Amsel, Drossel, Fink und Star: Welche Vögel gibt es noch in niedersächsischen Gärten – und wie können wir ihnen helfen?

Ein morgendliches Zwitschern gehört für viele Gartenfreunde in Niedersachsen einfach dazu. Doch immer öfter bleibt es stiller als früher. Der Rückgang vieler Vogelarten ist längst kein fernes Naturschutzthema mehr, sondern direkt vor unserer Haustür spürbar. Die gute Nachricht: In unseren Gärten leben noch immer zahlreiche Vogelarten – und wir können aktiv dazu beitragen, dass es wieder mehr werden.

Laut dem NABU Niedersachsen gehören zu den häufigsten Gartenvögeln nach wie vor Arten wie Amsel, Kohlmeise, Blaumeise, Rotkehlchen und Haussperling. Auch Buchfink, Zaunkönig und Elster sind vielerorts anzutreffen. Doch selbst diese vermeintlich „gewöhnlichen“ Arten sind teilweise im Rückgang begriffen. Besonders betroffen sind Insektenfresser wie Schwalben oder Gartenrotschwänze, da ihre Nahrungsgrundlage zunehmend schwindet.

Die Ursachen sind vielfältig: Versiegelte Flächen, monotone Gärten, der Einsatz von Pestiziden und der Rückgang von Insekten setzen den Vögeln stark zu. Hinzu kommen Klimaveränderungen, die Brutzeiten und Nahrungsverfügbarkeit durcheinanderbringen. Genau hier können Kleingärtner ansetzen.

Ein naturnaher Garten ist der wichtigste Beitrag zum Vogelschutz. Statt auf kurz geschorene Rasenflächen und exotische Zierpflanzen zu setzen, empfehlen Experten heimische Sträucher und Bäume. Pflanzen wie Holunder, Weißdorn oder Schlehe bieten nicht nur Schutz und Nistmöglichkeiten, sondern liefern auch wertvolle Beeren als Nahrung. Eine Hecke sah noch vor wenigen Jahrzehnten "wild" aus. Heute wird ein eher aufgeräumter Garten bevorzugt. Doch das ist nicht naturnah. Ich selbst habe mir beim Anlegen meines Sichtschutzes vor 15 Jahren nichts dabei gedacht, man ich habe es schließlich überall so gesehen. Wenn ich nochmal eine neue Hecke anlegen müsste, würde ich es anders machen. Zum Ausgleich säe ich jedes Jahr vor oder neben meine Hecke einen Streifen Wildblumen. Auch eine „wilde Ecke“ mit Brennnesseln oder Totholz kann überraschend viel Leben anziehen.

Ebenso entscheidend ist der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel. Insekten sind die Hauptnahrung vieler Vögel – besonders während der Brutzeit. Wer also auf natürliche Gartenpflege setzt, hilft indirekt auch den gefiederten Gästen. Schon ein kleiner Teich oder eine flache Wasserschale kann zudem als Trink- und auch als Badeplatz dienen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Anbringen von Nistkästen. Da alte Bäume mit Höhlen immer seltener werden, fehlt es vielen Arten an Brutplätzen. Unterschiedliche Vogelarten haben unterschiedliche Ansprüche: Während Meisen kleine Einfluglöcher bevorzugen, benötigen Halbhöhlenbrüter wie Rotkehlchen offenere Nistmöglichkeiten. Wichtig ist, die Kästen jährlich zu reinigen und an einem ruhigen, geschützten Ort aufzuhängen.

 
Auch Fütterung kann sinnvoll sein – allerdings mit Maß und Verstand. Ganzjährige Fütterung wird vom NABU kritisch gesehen, aber besonders im Winter oder während extremer Wetterlagen kann sie Vögeln helfen. Hochwertiges Futter, saubere Futterstellen und die richtige Platzierung sind dabei entscheidend, um Krankheiten zu vermeiden.

 
Nicht zuletzt spielt Geduld eine Rolle. Ein vogelfreundlicher Garten entwickelt sich nicht über Nacht. Doch wer kontinuierlich auf Vielfalt und Natürlichkeit setzt, wird schon bald mit mehr Vogelbesuchen belohnt. Der Rückgang der Vogelpopulationen ist eine Herausforderung – aber keine aussichtslose. Jeder Garten kann zu einem kleinen Rückzugsort für die heimische Vogelwelt werden. Und vielleicht klingt das morgendliche Konzert dann bald wieder ein wenig voller.
Aktuelles aus dem Verein
04.04.2026 Osterkaffee

Für die kleinen Gartenfreunde wurde Ostern wieder zu einem ganz besonderen Erlebnis. Die Osterhäsin hatte Zeit und hat ein paar Schokoeier verteilt.

Im neu gestalteten Gemeinschaftshaus wurde das erste Mal in der neuen Küche gekocht. Bei Kaffee und Kuchen konnten sich die Gartenfreunde über ihre Pläne für dieses Jahr unterhalten. Nun gibt es auch eine langersehnte Spülmaschine und unsere fleißigen Helfer*innen haben dadurch eine große Entlastung.
11.04.2026 Kiebitzmarkt

Jährlich nutzt der Verein die Möglichkeit auf sich, mit einem Stand beim Kiebitzmarkt Winsen, aufmerksam zu machen. Dieses Jahr war bestes Gärtnerwetter und viele nette Gäste waren bei der Veranstaltung.
Geburtstage:
Heinz Uhrmacher durfte seinen 90. Geburtstag feiern. Zu seinem Geburtstag gratulierten nicht nur Familie und Freunde auch zahlreiche Wegbegleiter und Nachbarn wünschen weiterhin Gesundheit, Glück und viele schöne Momente.

Auch wir als Gartenverein haben Heinz eine kleine Freude machen dürfen.
 
Neun Jahrzehnte voller Leben,
voller Liebe, Glück und Streben.
Möge jeder neue Tag
Schenken, was das Herz gern mag!
Termine:
 
03.05.26 + 17.05.26            10:30 Uhr bis 13 Uhr Gärtnertreff im Vereinshaus
 
Impressum
Der Bezirksverband und seine Aufgaben!
Unsere Aufgabe ist es, das Kleingartenwesen zu fördern, für die Bereitstellung neuer und die Sicherstellung vorhandener Kleingartenflächen Sorge zu tragen und Kleingartenanlagen der übrigen Bevölkerung als zusätzliches öffentliches Grün zu erhalten. Durch fachliche Beratung und Information stellen wir die kleingärtnerische Nutzung unserer Gärten sicher.
Als Kleingärtner - oder Gartenfreunde, wie wir uns heute lieber nennen - genießen wir unsere Freizeit in unseren selbst gestalteten und genutzten Gärten, häufig inmitten der Stadt, in der wir leben. Wir gestalten und pflegen im Rahmen der Gemeinschaftsarbeit die Wege und Freianlagen und bieten unseren Mitbürgern dadurch attraktive Erholungsräume.
Im städtischen Raum sind die Kleingartenanlagen wichtige Trittsteine für heimische Tier- und Pflanzenarten. Wir schützen diese Arten insbesondere dadurch, dass wir unsere Gärten natur- und umweltschonend bewirtschaften und insbesondere auf den Einsatz von Pflanzenbehandlungsmitteln verzichten.
Verantwortlich für diesen Newsletter:
Kleingärtner-Bezirksverband Lüneburg e.V., Bleckeder Landstr. 68, 21337 Lüneburg
Telefon:   04131/840599,  E-Mail: kbv-lueneburg@t-online.de
Vertreten durch den 1. Vorsitzenden Sascha Rhein.

Registergericht: Amtsgericht Lüneburg, Registernummer: 20 VR 449
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